Die Metstube

Seid gegrüßt Fremder! Setzt euch zu mir und lasst euch auf ‘nen Krug einladen, es soll euer Schaden nicht sein…

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, das gilt auch für Rollenspiele. Ob nun digital oder analog. Ich muss bei Startquests immer an Icewind Dale denken: Die Gruppe befindet sich in einer Schänke und um mehr Informationen vom Wirt zu erhalten, müssen die Abenteurer erst einmal für ihn ein Rattenproblem im Keller der Wirtschaft lösen. Ob ein gastwirtschaftlicher Betrieb mit einer Ungezieferplage der Ort ist, wo ich einkehren möchte, sei dahingestellt…

Anfänge können simpel sein. Die Gruppenmitglieder kennen sich bereits oder man beginnt das Abenteuer in dem sie sich kennenlernen. Persönlich bin ich faul was das angeht und lege auch nicht viel Wert auf ausgewiefte Gruppenzusammenführungen. Eine Schänke ist in Ordnung und vielleicht ein Auftraggeber.

Schänken, Tavernen und Gasthäuser… ich mag sie. In meiner Vorstellung sind sie der Kleister, der die Fantaasygesellschaft zusammenhält. Für die Dorfbewohner sind sie Wohnzimmer und Nachrichtenmagazin, in Städten dienen sie dem Austausch von legalen und illegalen Dienstleistungen und Heldengruppen sind dort öfter anzutreffen als unter ihrer Wohnanschrift, wenn es denn ein Meldewesen geben würde.

Meine Einordnung für Wirtshäuser ist die folgende:

Schänken

Schänken sind meist große Räume mit einem langen Tresen dazu einige Tische mit Stühlen oder Bänken. Es werden keine Speisen, allenfalls belegte Brote, Nüsse, eingelegte Eier etc, angeboten. Es gibt auch keine Gasträume mit Betten; Toiletten existieren wenn, dann nur in Form von Plumpsklos im Hinterhof.
Schankwirtschaften bieten von 25  (Dorfschänken) bis an die 200 oder mehr (Trinkhallen in großen Städten) Personen Platz. Verkauft wird Bier, Wein, Met und Selbstgebrantes. Die Auswahl an Getränken richtet sich danach, ob die Schänke zu einer Brauerei, Weinberg oder Destille gehört oder was in der Region verfügbar ist.
Den Aspekt einer Schanklizenz finde ich cool. Das sogenannte Krugrecht kann tatsächlich von der Obrigkeit vergeben werden oder aber es könnte mit einer Mitgliedschaft in einer Schankgilde verbunden sein. Oder es gibt einen Reiseführer wie Volo’s Guide to… oder reisendes Volk wie Barden teilen sich gegenseitig mit, wo es das beste Bier gibt. Wer also im Besitz des Krugrechts ist (tolles Wort!) hat Mindeststandards: Er panscht nicht, betrügt nicht die angetrunkenen Gäste und zwielichtiges Volk ist selten anzutreffen. Im Gegensatz dazu gibt es die wilden Schänken: Es wird gepanscht, betrogen und gehurt. Betreiber können Banden oder Kriminelle sein. Es sind die Gastwirtschaften, in denen sich alle umdrehen und es schlagartig ruhig wird, wenn ein Fremder eintritt.
Je nach Größe der Schänke gibt es entsprechend einen Wirt, eine/mehrere Bedienung/en und Laufburschen, die für die Gäste Essen, Rauchwerk etc. holen. In größeren Trinkhallen sind Wachen eingestellt, die Streitigkeiten schlichten. Nicht eingestellt aber immer gerne gesehen sind Barden oder andere Unterhaltungskünstler. Sie animieren zum Trinken, was den Wirt freut.
Schänken sind innerhalb von Ortschaften. Sie werden von den Einwohnern der Umgebung oder Stadtteils besucht, ideal um Informationen zu lokalen und regionalen Ereignissen oder Personen zu erhalten. Wilde Schänken sind teilweise wie die Speakeasys getarnt und befinden sich in alten Schuppen, Kellern oder Hinterzimmern von Geschäften. Ihre Existenz ist mal bekannt, mal nicht.

Herbergen

Herbergen sind einfache Gebäude meist ebenerdig, maximal mit einem Geschoss. Sie bestehen aus einem großen Schlafsaal bzw. bei größeren Herbergen aus mehreren Sälen. Gibt es ein erstes Geschoss befinden sich dort Einzelzimmer für bessergestellte Reisende. Herbergen findet man außerhalb von Siedlungen an gut besuchten Routen, Pilger- oder Karawanenstrecken. Einige klerikale Orden sind Betreiber solcher Herbergen entlang von Wahlfahrtsstraßen oder an Pilgerstrecken. Ebenso leiten Handelsgilden Karawanenhöfe: Herbergen mit Ställen und Läden für Reisebedarf. Manche Klöster stellen ebenfalls Unterkünfte zur Verfügung. Sollten Nahrung und Getränke angeboten werden, handelt es sich um dünnes Bier und karges Essen. Herbergen sind außerhalb der Ortschaften und zwischen den einzelnen Unterkünften liegen zwischen einem und fünf Tagen Fußmarsch, die Versorgung mit Lebensmitteln ist daher mitunter dürftig. Das hängt aber wie auch Sauberkeit und Preis für eine Übernachtung vom Leiter der Unterkunft ab. So sind Karawanenhöfe die besten und teuersten Unterkünfte. Mit Aufpreis kann man auch ein Bad nehmen oder ein Blick auf liegengelassene Ausrüstung werfen.
In großen Städten in denen regelmäßige Veranstaltungen wie Gerichtsprozesse, religiöse Feste oder Ausstellungen stattfinden, können auch Herbergen innerorts vorhanden sein.

Tavernen

Tavernen können alle Annehmlichkeiten einer Schänke bieten zusätzlich servieren sie aber wenigstens eine warme Mahlzeit. Dabei handelt es sich um eine Suppe oder Eintopf, manchmal um Braten mit Beilagen etc. Eine Taverne ist ein richtiges Gasthaus und kann je nach regionalem Bedarf Zimmer und Ställe anbieten. Dabei kann es außerhalb von Siedlungen die Versorgung von Reisenden übernehmen oder innerorts lediglich eine Schänke mit Suppentopf sein.

 

Anzahl EinwohnerSitzplätzeSchlafplätze
100-50025-750-25
500-1.00075-15025-50
1.000-2.000150-35050-200
ab 3.000je 1.000 EW min. 200 mehrje 1.000 EW min. 150 mehr

Siedlungen, Dörfer oder Städte von 100 bis 1.000 Einwohner haben meist eine Taverne oder eine Schänke, dann aber mit einer Herberge in der näheren Umgebung.

Für 1.000 bis 2.000 Einwohner gibt es eine Schänke und eine Taverne jeweils.

Je größer die Städte, desto mehr Handel und Durchreisende. Ab 3.000 Einwohner kommen für je 1.000 Einwohner mindestens 200 Plätze in Tavernen oder Schänken und 150 Schlafplätze in Tavernen oder Herbergen hinzu. Handelt es sich um eine Hauptstadt oder Zentrum einer Religion, ein beliebter Handelsplatz etc. erhöht sich die Anzahl entsprechend.